Level 0 Geldanlage- & ETF-Grundlagen · Teil 10/16
Kritik am MSCI World: Wie groß ist das US-Klumpenrisiko?
Der MSCI World gilt als klassisches Ein-ETF-Portfolio und wird häufig für sein hohes US-Gewicht und die Dominanz weniger Großkonzerne kritisiert. Die aktuellen Zahlen:

Die Länder- und Branchenbalken stammen aus den Positionsdaten der Indexfonds. Der US-Anteil und das Gewicht der größten Technologiewerte sind die Punkte, auf die sich die Kritik bezieht.
Welche Fondsarten die Gewichtung verändern
- Andere Regionen oder Faktoren: Etwa Small-Cap- oder Value-Fonds verringern das Gewicht der größten Konzerne im Gesamtportfolio.
- Überschneidungen zwischen zwei Fonds zeigt der ETF-Vergleich; ein zweiter Fonds mit denselben Titeln ändert wenig.
- Die Konzentration hat zwei Seiten: Das hohe US-Gewicht spiegelt den Börsenwert der US-Unternehmen wider und hat die Indexrendite der vergangenen Jahre wesentlich getragen. Ob das so bleibt, ist offen. Eine eigene Auswertung dazu steht in MSCI World und das US-Klumpenrisiko.
Konzentration in Zahlen
Der Index enthält rund 1.250 Unternehmen. Doch die zehn größten stellen zusammen 26,7 % des Gewichts, das größte, Apple, allein 5,62 %. US-Unternehmen kommen auf 72,3 % (Stand der Positionsliste: 01.11.2026). Konzentration ist dabei keine Eigenheit der Gegenwart. Ende der 1980er-Jahre war Japan das größte Land im MSCI World, danach sank sein Gewicht über Jahrzehnte.
Was andere Indizes am Gewicht ändern
- Schwellenländer dazu: In einem Depot aus 70 % MSCI World und 30 % MSCI EM IMI sinkt der US-Anteil auf 50,9 %. Im MSCI ACWI IMI liegt er bei 63,8 %.
- Gleichgewichtung: Jedes Unternehmen erhält denselben Anteil. Das senkt das Gewicht der größten Konzerne, erhöht aber den Anteil kleinerer Firmen und die Umschichtungen.
- Ohne USA: Indizes wie der MSCI World ex USA lassen die USA ganz weg und verschieben das Risiko auf die übrigen Länder.
Nur Information, keine Anlageberatung.