Uhren als Investment: reale Auktionszuschläge
Ausgewählte Rolex-Referenzen: reale Zuschläge, Rendite und Vergleich mit S&P 500, MSCI World, Bitcoin und Gold.
Warum Uhren mit Auktionsdaten arbeiten
Der Uhrenmarkt kennt drei sehr verschiedene Preise für dasselbe Modell: den Listenpreis des Herstellers, die Forderung eines Händlers und das, was bei einer Auktion tatsächlich zugeschlagen wurde. Nur der letzte ist ein Preis im eigentlichen Sinn — zwei Parteien, ein Zeitpunkt, ein Betrag. Die Reihen hier bestehen ausschließlich daraus.
Die Zuschläge fallen in verschiedenen Währungen an, je nach Auktionsort. Sie werden mit dem Kurs des Auktionstags in eine gemeinsame Währung umgerechnet, nicht mit dem heutigen — sonst wäre in der Reihe einer Uhr die Bewegung des Devisenmarkts enthalten.
Warum wenige Referenzen statt vieler Modelle
Erfasst sind ausgewählte Rolex-Referenzen, keine Marktübersicht. Der Grund ist derselbe wie bei den Karten: Eine Reihe braucht wiederkehrende Verkäufe desselben Gegenstands, sonst misst sie nichts. Bei einer Referenznummer, die über Jahre regelmäßig versteigert wird, lässt sich ein Verlauf bilden. Bei einem Einzelstück lässt sich das nicht — dort gibt es einen Preis, keine Entwicklung.
Die Zuordnung erfolgt über die im Losdetail ausgewiesene Referenznummer, nicht über den Modellnamen. Das ist strenger, als es klingt: Namen wie „Submariner" umfassen Jahrzehnte und Ausführungen mit sehr unterschiedlichen Preisen, während eine Referenznummer ein bestimmtes Gehäuse mit bestimmter Ausstattung bezeichnet.
Was der Vergleich zeigt
Weil die Reihen im selben Format vorliegen wie Kurse, lassen sie sich gegen S&P 500, MSCI World, Bitcoin und Gold stellen — über denselben Zeitraum, mit derselben Renditeformel. Das ist der eigentliche Zweck dieser Seiten: nicht zu behaupten, eine Uhr sei eine Anlage, sondern die Zahlen so aufzubereiten, dass sich diese Frage überhaupt prüfen lässt.
Was die Zahlen nicht sagen
Auktionsergebnisse sind eine Auswahl. Der weitaus größte Teil des Uhrenhandels findet zwischen Händlern und Privatleuten statt und taucht in keiner Auktionsliste auf; was versteigert wird, ist tendenziell das Seltenere und besser Erhaltene. Zustand, Originalteile, Servicehistorie und die Frage, ob Box und Papiere dabei sind, bewegen den Preis erheblich und stecken in keinem Median.
Dazu kommen Aufgeld und Provision, Versicherung, Lagerung und Wartung — bei mechanischen Uhren ein wiederkehrender Posten, kein einmaliger. Erträge während der Haltedauer gibt es nicht. Und der Zeitraum, den eine Reihe abdeckt, steht an jeder Position: liegt der jüngste Beleg lange zurück, beschreibt die Reihe einen älteren Marktzustand, nicht den heutigen.
Rolex gegen die Märkte
Reale Auktionszuschläge ausgewählter Referenzen gegen S&P 500, MSCI World, Bitcoin und Gold. Alle Linien auf 100 zum 2024-07-11 normiert, logarithmische Achse.
- Rolex Submariner 55131962–1989
Verlauf und Verkäufe →
Rolex Submariner 5513 +0 % S&P 500 +3 % MSCI World +6 % Bitcoin +87 % Gold +39 %
- Rolex GMT-Master 16751959–1980
Verlauf und Verkäufe →
Rolex GMT-Master 1675 -10 % S&P 500 +3 % MSCI World +6 % Bitcoin +87 % Gold +39 %
- Rolex Daytona 6263/62651969–1987
Verlauf und Verkäufe →
Rolex Daytona 6263/6265 -23 % S&P 500 +3 % MSCI World +6 % Bitcoin +87 % Gold +39 %
- Rolex Daytona 1165202000–2016
Verlauf und Verkäufe →
Rolex Daytona 116520 -26 % S&P 500 +3 % MSCI World +6 % Bitcoin +87 % Gold +39 %
Zeitraum 2024-07-11 bis 2025-05-23. Die Auswahl richtet sich nach der Zahl belegter Verkäufe, nicht nach der Rendite. Preise sind Zuschläge inklusive Käuferaufgeld; Verkaufsprovision, Steuern und laufende Kosten sind nicht abgezogen. Alle Referenzen im Detail