Trading Cards als Investment: reale Auktionspreise
Sammelkarten in PSA 10 als Kapitalanlage: reale Verkaufspreise, Rendite und Vergleich mit S&P 500, MSCI World, Bitcoin und Gold.
Warum Sammelkarten hier neben ETFs stehen
Eine Anlage wird nicht dadurch messbar, dass jemand sie für wertvoll hält, sondern dadurch, dass es Preise gibt, die jemand tatsächlich bezahlt hat. Genau daran hakt es bei Sachwerten üblicherweise: Was als „Marktwert" einer Karte kursiert, ist meist eine Angebotspreisliste — also das, was Verkäufer verlangen, nicht das, was Käufer gezahlt haben.
Grundlage der Reihen hier sind ausschließlich abgeschlossene Auktionen: ein Datum, ein Zuschlag, ein Beleg. Aus diesen Einzelverkäufen entstehen Periodenmediane, und weil sie im selben Format vorliegen wie Kurse, laufen sie durch dieselbe Rechnung wie jeder Index — dieselbe Renditeformel, dieselben Charts, dieselbe Korrelationsrechnung.
Deshalb lässt sich auf diesen Seiten etwas tun, was sonst kaum möglich ist: eine einzelne Karte direkt gegen S&P 500, MSCI World, Bitcoin und Gold legen, über denselben Zeitraum und mit derselben Methode. Ob dieser Vergleich für eine bestimmte Karte günstig oder ungünstig ausfällt, entscheidet nicht die Auswahl, sondern die Datenlage — beides kommt vor, und beides bleibt sichtbar.
Warum ausschließlich die Wizards-Ära
Der Katalog umfasst die englischen und japanischen Sets aus der Zeit, in der Wizards of the Coast die Karten außerhalb Japans herausgab (1999–2003). Das ist eine bewusste Eingrenzung, und sie hat einen datenseitigen Grund: Bei diesen Sets ist die Zahl der überhaupt existierenden Exemplare abgeschlossen. Es wird keine neuen mehr geben.
Entscheidend ist dabei weniger die Auflage als die Zahl der Karten, die eine Bewertung mit PSA 10 erreichen. Die Produktion jener Jahre kannte die Qualitätskontrolle heutiger Serien nicht: Zentrierung, Schnittkanten und Oberflächen schwanken stark, und ein großer Teil der Auflage wurde von Kindern gespielt, nicht archiviert. Die Menge der Karten, die heute noch in diesen Zustand kommen kann, wächst deshalb nur noch langsam — jede neue PSA 10 muss aus einem Bestand stammen, der seit über zwanzig Jahren nicht größer wird.
Bei aktuellen Serien liegt das anders. Sie werden in hoher Auflage gedruckt, erreichen wegen besserer Fertigung viel häufiger die Höchstnote, und ein erheblicher Teil geht direkt aus dem Booster in die Bewertung. Die Zahl der bewerteten Exemplare einer gefragten modernen Karte kann sich deshalb über Jahre weiter vergrößern, während die Nachfrage bereits besteht.
Das ist ausdrücklich kein Urteil über einzelne moderne Karten — unter ihnen gibt es Positionen mit sehr kleiner Population, für die dasselbe Argument gilt. Es ist ein Auswahlkriterium für eine Datenbank: Reihen sind dort belastbarer, wo sich die Angebotsseite nicht mehr wesentlich verändert.
Warum PSA 10 und nichts anderes
Alle Reihen betrachten ausschließlich Karten mit der Bewertung PSA 10. Ohne diese Einschränkung wären die Zahlen wertlos: Zwischen einer PSA 9 und einer PSA 10 derselben Karte liegen regelmäßig Vielfache, und ein Median, der beide mischt, beschriebe kein reales Objekt. Eine einheitliche Bewertungsstufe ist die Voraussetzung dafür, dass zwei Verkäufe überhaupt vergleichbar sind.
Was diese Zahlen nicht leisten
Sammelkarten werden dünn gehandelt. Für viele Positionen liegen wenige Belege im Jahr vor, und ein einzelnes ungewöhnliches Los verschiebt einen Median spürbar. Die Zahl der Belege und der abgedeckte Zeitraum stehen deshalb an jeder Reihe — beides gehört zur Aussage dazu.
Dazu kommt, was in keiner Kurve steckt: Auktionsaufgeld und Verkäuferprovision, Versand, Versicherung, Lagerung, die Kosten und die Wartezeit einer Bewertung, das Fälschungsrisiko und die Möglichkeit, dass sich für ein bestimmtes Objekt über Monate kein Käufer findet. Eine Aktie lässt sich in Sekunden verkaufen, eine Karte nicht. Erträge während der Haltedauer gibt es keine — kein Zinsertrag, keine Ausschüttung; die gesamte Entwicklung steckt im Preis.
Die Reihen beschreiben, was in der Vergangenheit bezahlt wurde. Über künftige Preise sagen sie nichts.
Pokémon gegen die Märkte
Reale Auktionspreise von PSA-10-Karten gegen S&P 500, MSCI World, Bitcoin und Gold. Alle Linien auf 100 zum 2024-07-11 normiert, logarithmische Achse.
PSA 10 Pokémon Dark Glurak #4Team Rocket 1st Edition (2000)
Verlauf und Verkäufe →Dark Glurak #4 +556 % S&P 500 +34 % MSCI World +34 % Bitcoin +9 % Gold +65 %
PSA 10 Pokémon Glurak #6Japanische CD-Promo (1999)
Verlauf und Verkäufe →Glurak #6 +500 % S&P 500 +34 % MSCI World +34 % Bitcoin +9 % Gold +65 %
PSA 10 Pokémon Sabrinas Gengar #94Japanisches Gym 2 (1999)
Verlauf und Verkäufe →Sabrinas Gengar #94 +412 % S&P 500 +34 % MSCI World +34 % Bitcoin +9 % Gold +65 %
PSA 10 Pokémon Pyros Glurak #2Gym Challenge 1st Edition (2000)
Verlauf und Verkäufe →Pyros Glurak #2 +319 % S&P 500 +34 % MSCI World +34 % Bitcoin +9 % Gold +65 %
PSA 10 Pokémon Glurak #6Japanisches Base Set (1996)
Verlauf und Verkäufe →Glurak #6 +14 % S&P 500 +34 % MSCI World +34 % Bitcoin +9 % Gold +65 %
Zeitraum 2024-07-11 bis 2026-07-13. Die Auswahl richtet sich nach der Zahl belegter Verkäufe, nicht nach der Rendite. Preise sind Zuschläge inklusive Käuferaufgeld; Verkaufsprovision, Steuern und laufende Kosten sind nicht abgezogen. Alle Karten im Detail