Level 0 Geldanlage- & ETF-Grundlagen · Teil 13/16
Faktor-ETFs: Value, Quality, Growth & Small Cap
Faktor-ETFs gewichten einen breiten Index nach einem bestimmten Stil um. Die Fonds im Katalog mit ihren aktuellen Positionen:

- Value (nach Kennzahlen niedriger bewertete Aktien): iShares Edge MSCI World Value Factor
- Quality (profitable Unternehmen mit stabilen Erträgen): iShares Edge MSCI World Quality Factor
- Small Cap (kleinere Unternehmen): iShares MSCI World Small Cap
- Growth (Unternehmen mit hohem Wachstum): siehe Growth-Aktien-Thema
Die Fondsseiten zeigen Top-Positionen, Branchen und Länder und damit, wie unterschiedlich dieselbe „Welt“ je nach Faktor zusammengesetzt ist. Zwei Fonds lassen sich im ETF-Vergleich nebeneinanderstellen.
Einordnung
Faktoren verändern Streuung und Risikoprofil gegenüber dem Marktindex. Ihre Mehr- oder Minderrendite verläuft in Zyklen, die viele Jahre dauern können. In Portfolios werden sie deshalb meist als Beimischung zu einem breiten Kern eingesetzt.
Woher die Faktoren kommen
Die Forschung dazu beginnt mit Eugene Fama und Kenneth French (1992, 1993). Nach ihren Ergebnissen erklärten neben dem Gesamtmarkt auch Unternehmensgröße (Size) und Bewertung (Value) einen Teil der Renditeunterschiede zwischen Aktien. Mark Carhart ergänzte 1997 das Momentum, Robert Novy-Marx 2013 die Profitabilität. Faktor-ETFs setzen solche Merkmale in feste Regeln um.
Wie die Indizes einen Faktor messen
- Value: Bewertungskennzahlen wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis, das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis erwarteter Gewinne und das Verhältnis von Unternehmenswert zu operativem Cashflow.
- Quality: hohe Eigenkapitalrendite, geringe Verschuldung und stabile Gewinne.
- Momentum: die Kursentwicklung der vergangenen sechs und zwölf Monate, bezogen auf ihre Schwankung.
- Minimum Volatility: eine Auswahl, die rechnerisch die geringste Schwankung des Gesamtportfolios ergibt.
Was ein Faktor kostet
Faktor-ETFs schichten häufiger um als ein marktbreiter Fonds, weil sich Bewertungen und Kennzahlen laufend verschieben. Ihre laufenden Kosten liegen meist über denen eines Welt-ETFs. Beides zehrt an einer möglichen Mehrrendite. Dazu kommt, dass ein Faktor über viele Jahre hinter dem Markt liegen kann, wie Value in den 2010er-Jahren. Wie stark sich ein Faktorfonds vom Gesamtmarkt unterscheidet, zeigt die ETF-Überschneidung Position für Position.
Nur Information, keine Anlageberatung.