Level 0 ETF-Grundlagen · Teil 4/14
ETF-Gebühren: TER und versteckte Kosten
ETFs sind günstig, aber nicht kostenlos. Vier Kostenarten bestimmen, wie viel von der Indexrendite beim Anleger ankommt.

1. TER: die laufende Fondsgebühr
Die Total Expense Ratio gibt die jährlichen Verwaltungskosten des ETF in Prozent an. Sie wird laufend aus dem Fondsvermögen entnommen; eine separate Rechnung gibt es nicht.
Typische Werte:
- Breite Index-ETFs (S&P 500 , MSCI World ): 0,05–0,25 %
- Spezial-/Themen-ETFs: 0,3–0,7 %
Auf jeder ETF-Seite steht die TER bei den Eckdaten.
2. Tracking Difference: die tatsächliche Abweichung
Die TER ist die ausgewiesene Gebühr. Die Tracking Difference misst, wie weit die tatsächliche Fondsrendite vom Index abweicht, einschließlich der Handelskosten des Fonds und Erträgen etwa aus Wertpapierleihe. Sie kann kleiner oder größer als die TER sein und ist das genauere Kostenmaß, aber seltener veröffentlicht.
3. Handelskosten
- Ordergebühr: der Preis des Brokers je Kauf oder Verkauf; bei vielen Neobrokern 0–1 €, Sparpläne oft ohne Gebühr.
- Spread: die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei großen, liquiden ETFs gering, außerhalb der Hauptbörsenzeiten größer.
Wie sich Kosten über Jahrzehnte summieren
Kosten mindern nicht nur die Rendite eines Jahres, sondern auch den Zinseszins auf alle Folgejahre. Beispielrechnung mit 200 € im Monat über 30 Jahre und 7 % Bruttorendite pro Jahr (eingezahlt: 72.000 €):
- 0,20 % TER: rund 226.700 €
- 0,70 % TER: rund 206.800 €
Der halbe Prozentpunkt kostet in diesem Beispiel knapp 20.000 €. Die Rendite ist eine Annahme, keine Prognose. Eigene Werte lassen sich im Sparplan-Rechner durchrechnen.
Fazit
Kosten gehören zu den wenigen Größen einer Geldanlage, die sich vorab verlässlich kennen lassen. Bei Fonds auf denselben Index wirkt ein Unterschied in der TER über Jahrzehnte messbar auf das Endvermögen.
Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung.