Kryptobörsen: Zulassung, Verwahrung und Kosten

Eine Kryptobörse bringt Käufer und Verkäufer digitaler Vermögenswerte zusammen und verwahrt die Coins meist gleich mit. Handelsplatz, Broker und Verwahrer in einem Unternehmen: Das ist der wichtigste Unterschied zu einer Aktienbörse und die Quelle der meisten Risiken. Diese Seite erklärt, worauf es ankommt. Sie nennt keine Anbieter und bewertet keine. Kurse und Marktwerte einzelner Coins stehen in der Übersicht der Kryptowährungen .

Börse, Broker und dezentrale Börse

Die EU-Zulassung nach MiCA

Die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) gilt seit dem 30. Dezember 2024 vollständig. Unternehmen, die für Kunden Kryptowerte tauschen, verwahren oder handeln, brauchen eine Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen (CASP). Übergangsfristen für Firmen, die schon nach nationalem Recht tätig waren, sind spätestens am 1. Juli 2026 ausgelaufen. Ein zugelassener Anbieter darf Kunden in allen EU-Ländern bedienen.

Mit der Zulassung kommen Pflichten, die für Kunden zählen: Kundenvermögen muss vom Firmenvermögen getrennt sein, Interessenkonflikte müssen gesteuert und Beschwerden bearbeitet werden. Die ESMA veröffentlicht ein Register der zugelassenen Anbieter, nationale Aufsichtsbehörden wie die BaFin führen die von ihnen beaufsichtigten Firmen. Ein Anbieter außerhalb der EU, der ohne Zulassung gezielt Kunden in der EU anspricht, fällt nicht unter diesen Schutz.

Sicher macht MiCA Kryptowerte nicht. Kursschwankungen von 50 % und mehr kamen wiederholt vor, und für Coins bei einer Börse gibt es keine Einlagensicherung.

Verwahrrisiko

Liegen Coins bei einer Börse, hat der Kunde eine Forderung gegen das Unternehmen, nicht die Coins selbst. Was das heißt, zeigte der Zusammenbruch der Börse FTX im November 2022: Kundengelder waren anderweitig verwendet worden, Auszahlungen stoppten über Nacht. Trennungspflichten nach MiCA verringern dieses Risiko, und manche Börsen veröffentlichen einen Reservenachweis („Proof of Reserves"). Solche Berichte zeigen Vermögen zu einem Stichtag, selten aber die Verbindlichkeiten auf der anderen Seite, eine vollständige Prüfung sind sie deshalb nicht.

Wer Coins in eine selbst kontrollierte Wallet überträgt, beseitigt das Börsenrisiko und tauscht es gegen das Risiko, den Zugang zu verlieren; die Seite zu Krypto-Wallets behandelt diese Abwägung.

Gebühren

Steuern in Deutschland

Gewinne aus dem Verkauf privat gehaltener Kryptowährungen gelten als private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 Einkommensteuergesetz. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr sind sie steuerfrei. Innerhalb eines Jahres unterliegen sie dem persönlichen Steuersatz, wenn die Gewinne aus solchen Geschäften im Kalenderjahr 1.000 Euro erreichen; darunter bleiben sie steuerfrei. Der Tausch eines Coins in einen anderen gilt als Verkauf. Diese Angaben sind allgemeine Informationen und keine Steuerberatung.