Forex-Broker: Regulierung, Kosten und Risiken

Privatanleger handeln Währungen selten direkt am Interbankenmarkt. Sie gehen über einen Broker, der Kurse stellt und die Position führt, in der EU fast immer als Differenzkontrakt (CFD) oder als fortlaufend verlängerter Kassakontrakt. Diese Seite erklärt, wie solche Anbieter arbeiten, welche Regeln Privatkunden schützen und was ein Trade tatsächlich kostet. Eine Rangliste gibt es hier nicht. Der Broker-Vergleich stellt Gebühren und Aufsicht mehrerer CFD-Broker nebeneinander; die Reihenfolge dort ist keine Empfehlung.

Was ein Forex-Broker macht

Ein Broker übernimmt die Gegenseite eines Kundengeschäfts entweder selbst (Market Maker) oder leitet die Order an Banken und Liquiditätsgeber weiter (oft als STP oder ECN bezeichnet). Ein Market Maker verdient vor allem am Spread und unter Umständen an Kundenverlusten, ein durchleitendes Modell an Spreads und Provisionen. Beide Modelle sind zulässig. Für Kunden zählt, ob Interessenkonflikte offengelegt sind und ob die Kurse auch bei schnellen Bewegungen nah am Markt bleiben.

Devisenhandel für Privatkunden ist fast immer gehebelt. Mit 1.000 Euro Einsatz lässt sich eine Position im Wert von 30.000 Euro bewegen. Gewinne und Verluste wachsen dabei um denselben Faktor.

Regeln für Privatkunden in der EU

Seit 2018 begrenzt die europäische Wertpapieraufsicht ESMA den CFD-Handel für Privatkunden, nationale Aufsichtsbehörden wie die BaFin haben diese Grenzen dauerhaft übernommen. Die wichtigsten Punkte:

Forex-Broker: Regulierung, Kosten und Risiken
BasiswertHöchster Hebel
Wichtige Währungspaare30:1
Andere Währungspaare, Gold, wichtige Aktienindizes20:1
Andere Rohstoffe, andere Aktienindizes10:1
Einzelaktien5:1
Kryptowährungen2:1

Außerdem muss der Broker Positionen schließen, sobald das Kontoguthaben auf die Hälfte der nötigen Sicherheitsleistung fällt. Verluste dürfen das Geld auf dem Konto nicht übersteigen (Nachschusspflicht ausgeschlossen), und Boni oder andere Handelsanreize sind verboten. Jeder Anbieter muss einen einheitlichen Warnhinweis zeigen, der den Anteil seiner Privatkundenkonten mit Verlust in den vergangenen zwölf Monaten nennt.

Diese Regeln gelten für die EU-Gesellschaft eines Brokers. Viele Marken betreiben zusätzlich Firmen außerhalb der EU, die deutlich höhere Hebel ohne diese Schutzregeln anbieten. Mit welcher Gesellschaft ein Vertrag zustande kommt, steht in den Kontobedingungen, nicht in der Werbung.

Wie sich ein Broker prüfen lässt

Was ein Devisengeschäft kostet

Bei häufigem Handel wiegen Kosten schwerer, als sie aussehen. Die Studie Warum Trader Geld verlieren zeigt: Eine täglich handelnde Strategie auf Aktienindex-Futures braucht bei 0,2 % Kosten je Round Trip eine Trefferquote von 64,1 %, während der Markt selbst an 54,5 % der Tage höher schloss.

Warum der Hebel die Rechnung verändert

Bei einem Hebel von 30:1 verbraucht eine Kursbewegung von etwa 3,3 % gegen die Position die gesamte Sicherheitsleistung. EUR/USD hat sich in den vergangenen Jahren mehrfach binnen weniger Wochen stärker bewegt; der Verlauf steht auf der Seite zu EUR/USD . Die Zwangsschließung bei 50 % stoppt den Verlust früher, schreibt ihn aber auch fest. Wie das Zinsniveau Wechselkurse bewegt, erklärt die Seite zum EZB-Leitzins .