ETF-Gebühren: TER und versteckte Kosten

ETFs sind günstig – aber nicht kostenlos. Diese Kosten solltest du kennen.

1. TER – die laufende Fondsgebühr

Die Total Expense Ratio ist die wichtigste Kennzahl: die jährlichen Verwaltungskosten des ETF, angegeben in Prozent pro Jahr. Sie wird automatisch aus dem Fondsvermögen abgezogen – du siehst keine separate Rechnung.

Typische Werte:

Auf jeder ETF-Seite steht die TER direkt bei den Eckdaten.

2. Tracking Difference – die echten Kosten

Die TER ist nur die erwartete Gebühr. Die Tracking Difference zeigt, wie weit die tatsächliche ETF-Rendite vom Index abweicht. Manchmal ist sie sogar kleiner als die TER (z. B. durch Wertpapierleihe). Sie ist das ehrlichste Kostenmaß – aber schwerer zu finden.

3. Handelskosten

Warum kleine Prozente riesig werden

Über lange Zeiträume frisst der Zinseszins auch die Kosten mit. Ein Beispiel bei 200 €/Monat über 30 Jahre und 7 % Rendite:

Rechne es mit dem Sparplan-Rechner selbst durch – dort kannst du die TER direkt eintragen.

Rechenbeispiel

Was 0,1 % mehr TER kosten

10.000 € einmalig, 30 Jahre, 6 %/Jahr vor Kosten. Nur die TER variiert.

TEREndwert nach 30 JKostet dich
0.10 %55831 €
0.20 %54271 €−1560 €
0.30 %52753 €−3078 €
0.50 %49840 €−5992 €
0.70 %47082 €−8750 €

„Kostet dich" = Rückstand gegenüber der günstigsten Zeile (0,10 %). Selbst rechnen im Sparplan-Rechner.

Fazit

Achte zuerst auf breite Streuung, dann auf niedrige Kosten. Bei zwei sonst gleichwertigen ETFs entscheidet die Gebühr über Jahrzehnte messbar mit.


Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung.