ETF-Gebühren: TER und versteckte Kosten
ETFs sind günstig – aber nicht kostenlos. Diese Kosten solltest du kennen.
1. TER – die laufende Fondsgebühr
Die Total Expense Ratio ist die wichtigste Kennzahl: die jährlichen Verwaltungskosten des ETF, angegeben in Prozent pro Jahr. Sie wird automatisch aus dem Fondsvermögen abgezogen – du siehst keine separate Rechnung.
Typische Werte:
- Breite Index-ETFs (S&P 500, MSCI World): 0,05–0,25 %
- Spezial-/Themen-ETFs: 0,3–0,7 %
Auf jeder ETF-Seite steht die TER direkt bei den Eckdaten.
2. Tracking Difference – die echten Kosten
Die TER ist nur die erwartete Gebühr. Die Tracking Difference zeigt, wie weit die tatsächliche ETF-Rendite vom Index abweicht. Manchmal ist sie sogar kleiner als die TER (z. B. durch Wertpapierleihe). Sie ist das ehrlichste Kostenmaß – aber schwerer zu finden.
3. Handelskosten
- Ordergebühr: Was der Broker pro Kauf/Verkauf nimmt. Viele Neobroker: 0–1 €, Sparpläne oft gratis.
- Spread: Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse. Bei großen, liquiden ETFs winzig; zu Randzeiten größer.
Warum kleine Prozente riesig werden
Über lange Zeiträume frisst der Zinseszins auch die Kosten mit. Ein Beispiel bei 200 €/Monat über 30 Jahre und 7 % Rendite:
- 0,20 % TER: das kostet über die Laufzeit spürbar weniger als
- 0,70 % TER – der Unterschied summiert sich auf mehrere tausend Euro.
Rechne es mit dem Sparplan-Rechner selbst durch – dort kannst du die TER direkt eintragen.
Fazit
Achte zuerst auf breite Streuung, dann auf niedrige Kosten. Bei zwei sonst gleichwertigen ETFs entscheidet die Gebühr über Jahrzehnte messbar mit.
Dieser Artikel dient der Information und ist keine Anlageberatung.